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descriptionAloe Vera
Das Heilpflanzen-ABC reicht von Aloe bis Wermut. Nicht alle Kräuter sind harmlos – wichtig sind daher genaue Informationen zu Wechsel- und Nebenwirkungen.
descriptionBaldrian
Als Klassiker unter den Heilpflanzen gilt Baldrian. Mehr über den beliebten Beruhiger und weitere Heilpflanzen von Aloe bis Hamamelis finden Sie hier.
descriptionLavendel
Duftender Lavendel wird in der Phytomedizin, aber auch zur Aromatherapie und in der Kosmetik verwendet. Weitere Pflanzen mit Heilpotenzial von Ingwer bis Pestwurz.
descriptionTausendgüldenkraut
Tausendgüldenkraut hilft gegen Verdauungsstörungen. Der dritte Teil des Heilpflanzen-ABC umfasst die wichtigsten Heilkräuter von Rhabarber bis Wermut.
descriptionKamillentee
Wahrscheinlich eine der ältesten Heilanwendungen der Welt: Tee aus Heilpflanzen, hier Kamille. Die wichtigsten Heilkräutertees und wobei sie helfen können.
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Heilpflanzen – natürliche Helfer, sanft bis stark

Melissentee am Abend fördert erholsamen Schlaf, Kümmel hilft der Verdauung – fast gegen jede Beschwerde ist ein Kraut gewachsen. Doch nicht alle Heilpflanzen halten wissenschaftlich betrachtet das, was sich der Volksmund von ihnen verspricht. Manche sind wirkungslos, andere dagegen sogar gefährlich.

Im Überblick



„Heilpflanzen sind besser als Chemie“ lautet die landläufig Überzeugung bei leichten Beschwerden wie Halsschmerzen, Magendrücken nach schwerem Essen oder Nervosität. Rund 70 Prozent der Deutschen setzen auf Heilpflanzen, jeder zweite Hausarzt rät erstmal zu pflanzlichen Medikamenten, wenn es um Atemwegsbeschwerden oder Blasenprobleme geht. Einige Studien haben inzwischen die Wirksamkeit vieler traditioneller Heilpflanzen belegt, zum Beispiel bei Kamille, Bärentraubenblättern und Lavendel.

Wirkung und Wirkweise der Heilpflanzen hängen dabei von Inhaltsstoffen ab, die sich chemisch einordnen lassen. Damit ist die Aussage „Heilpflanzen sind besser als Chemie“ genau genommen absurd, weil Phytotherapeutika von Natur aus „Chemie“ sind. Aus der Erforschung und Identifizierung der Inhaltsstoffe haben auch die synthetisch hergestellten Medikamente der Schulmedizin profitiert. So wurde zum Beispiel das Herzglykosid Digitalis aus der Pflanze Fingerhut pharmakologisch weiterentwickelt und wird in Herzmedikamenten angewendet. Der synthetische Wirkstoff Acetylsalizylsäure, Basis vieler Schmerzmittel, ist dem Hauptwirkstoff aus dem Extrakt der Weidenrinde nachempfunden.
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Einzelwirkstoff und Kombination

Die Definition, was „Heilpflanze“ bedeutet, ist ganz klar: Es handelt sich um eine Pflanze, die wegen ihres Gehaltes an Wirkstoffen für medizinische Zwecke verwendet werden kann. Eine pflanzliche Droge ist wiederum eine Arznei, die aus rohen oder zubereiteten Pflanzenteilen besteht. Die Pharmazie nutzt vor allem pflanzliche Drogen als natürliche Rohstoffe. Die Inhaltsstoffe der Drogen werden mithilfe der Extraktion oder anderer Verfahren zur Arzneimittelherstellung verwendet. Heilpflanzen nehmen noch heute einen wichtigen Platz im Arzneibereich ein.

Das pflanzliche Ausgangsmaterial ist in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe sehr unterschiedlich. Schließlich kommt es auf Klima, Bodenbeschaffenheit und Erntezeitpunkt an, um nur einige Faktoren zu nennen. Manche Inhaltsstoffe kann man als Hauptwirkstoff der Pflanze ausmachen, andere Stoffe können die Wirkung modifizieren. Manche Wirkungen von Heilpflanzen sind nicht einzelnen Stoffen, sondern der Summe verschiedener Substanzen zuzusprechen.
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Als Tee, Tropfen und Tabletten

Heilpflanzen gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen:

Flüssig: Frischpflanzenpresssäfte, Frischpflanzendestillate, Tees (Heißaufguss), Kaltextrakte, Fluidextrakte, Tinkturen, „Tropfen“

Fest: Pulver, Instant-Tees, Granulate, Tabletten, Dragees, Hartgelatinekapseln, Salben

In Deutschland muss die Zulassung für Phytotherapeutika beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragt werden. Der Hersteller muss nachweisen, dass das Produkt entsprechende Anforderungen erfüllt.
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Wechsel- und Nebenwirkungen beachten

Die Ansicht, Heilpflanzen seien harmlos und wirken nur mild, ist nicht immer richtig: Es kann manchmal zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen, wenn neben einem Heilpflanzen-Präparat andere Medikamente eingenommen werden. So können zum Beispiel die gegen leichte Depressionen beliebten Johanniskrautprodukte bei gleichzeitiger Einnahme der Anti-Baby-Pille die empfängnisverhütende Wirkung einschränken und die Lichtempfindlichkeit von Haut und Augen erhöhen. Selbst massive Nebenwirkungen sind bei Phytopharmaka nicht ausgeschlossen: Wegen gefährlicher Leberschäden wurden Kava-Kava-Produkte (Mönchspfeffer gegen Angstzustände) vom Markt genommen.

Darüber hinaus gilt für alle Heilpflanzenprodukte genau so wie für synthetische Medikamente: Sie können zu allergischen Reaktionen führen. Heilpflanzen mit allergischem Potenzial sind nach Prof. Edzard Ernst (University Exeter) Agnus castus, Angelika, Anis, Arnika, Artischocke, Hopfen, Johanniskraut, Kamille, Knoblauch, Mutterkraut, Pulsatilla, Rosmarin, Wacholder und Zimt.

Achtung:
Die Informationen im Heilpflanzen-Lexikon geben nur einen allgemeinen Überblick über die Verwendung gebräuchlicher Heilpflanzen. Sie ersetzen keinesfalls eine Beratung durch den Arzt, Ihren Apotheker oder den Heilpraktiker. Eine sinnvolle Therapie ist nur unter Berücksichtigung aller individuellen Besonderheiten, zum Beispiel Art und Dauer der Beschwerden, Begleiterkrankungen usw., möglich.
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Fläschchen mit Pfefferminzöl
© Shutterstock
Die Darreichungsformen der Phytotherapeutika können ganz unterschiedlich sein, beispielsweise Tropfen zum Einnehmen.
Hartgelatinekapseln
© Shutterstock
Auch in Form von Hartgelatinekapseln, Dragees, Tabletten oder Granulaten helfen Heilpflanzen gegen unterschiedlichste Beschwerden.
Kamillentee
© Shutterstock
Tee aus Kräutern und Heilpflanzen ist sicher eine der ältesten Formen, um die Kräuterkraft zu nutzen.