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descriptionschwangere Frau hält sich den Bauch
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descriptionFrau fasst sich an Speck am Bauch
In der Schwangerschaft verändert sich der Körper. Nach der Geburt helfen Rückbildungsgymnastik, Sport und Ernährung, ihn wieder in Form zu bringen.
descriptionMutter stillt ihr Baby
Stillen oder nicht Stillen? Muttermilch ist das gesündeste für Babys. Doch ist Stillen nicht möglich, kann die richtige Auswahl von Muttermilchersatz helfen.
descriptionBaby wird mit Stethoskop untersucht
Die Gesundheit ihrer Kinder liegt Eltern sehr am Herzen. Doch was tun, wenn das Kind fiebert oder viel schreit? Und welche Vorsorgemaßnahmen sollten getroffen werden?
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Säuglinge brauchen spezielle Pflege: Von Haarwäsche und Windelwechsel über die Nagelpflege bis zum Sonnenschutz gilt es einiges zu beachten.
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Babys und ihre Gesundheit

Neun Monate lang hat die Mutter ihr Kind in sich getragen und es mit allem Wichtigen für eine gesunde Entwicklung versorgt. Ist das Baby endlich da, muss für die Gesundheit eines eigenständigen kleinen Individuums gesorgt werden. Viele Eltern sind da verunsichert.

Im Überblick



Die ersten Tage und Wochen nach der Geburt sind geprägt von der Umstellung des ganzen Lebens, die die Anwesenheit eines Babys mit sich bringt. Neben vielen schönen, lustigen und aufregenden Erfahrungen bleiben aber auch einige besorgte Blicke und Gedanken nicht aus: Ist alles in Ordnung, entwickelt sich das Baby gut, gibt es besondere Probleme, die vielleicht auch die Eltern nicht zur Ruhe kommen lassen?
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Hebammenhilfe

Sehr entlastend und beruhigend kann es für frisch gebackene Eltern sein, die Hebammenhilfe in Anspruch zu nehmen. Unabhängig von der Art der Entbindung haben Sie bis zum 10. Tag nach der Geburt Anspruch auf tägliche Hausbesuche durch eine Hebamme. Spätere Termine erfolgen nach Absprache. Von der Krankenkasse werden bis zu 16 Besuche innerhalb von acht Wochen nach der Geburt übernommen. Danach kann Sie die Hebamme zur Stillberatung noch persönlich oder telefonisch (je zwei Mal) beraten. Weitere Besuche werden von der Krankenkasse übernommen, wenn sie ärztlich angeordnet sind (z.B. vom Haus- oder Kinderarzt).

Die Wochenbettbetreuung umfasst
  • die Versorgung des Nabels,
  • die Beobachtung des allgemeinen Zustands des Säuglings (Temperatur, Atmung, Trinkverhalten, Gewicht),
  • eine Ernährungsberatung und Anleitung zur Pflege des Säuglings,
  • Hilfe bei Blähungen,
  • die Anleitung zum Stillen und Hilfe bei Stillschwierigkeiten,
  • die Kontrolle der Wundheilung bei Kaiserschnitt, Dammschnitt oder -riss,
  • die Kontrolle der Gebärmutter-Rückbildung und erste Übungen zur Rückbildung,
  • beratende Gespräche über Empfängnisverhütung, Impfen, Kindererziehung,
  • Informationen über Beratungsstellen, Gesprächskreise und Selbsthilfegruppen für Eltern und Kinder.
Die Hebamme kann Sie auch über zusätzliche Angebote informieren, die nicht von den Krankenkassen übernommen werden (z.B. Babyschwimmen, Babymassage, Yoga nach der Geburt, etc.).
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Vorsorgeuntersuchungen

Die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder dienen dazu, frühzeitig Störungen der körperlichen, geistigen und sozialen Entwicklung zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Sie gehören zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Allerdings besteht für die Eltern keine Pflicht, ihr Kind an den Untersuchungen teilnehmen zu lassen. Die Wahrnehmung dieser kostenlosen Untersuchungstermine ist aber allen Eltern im eigenen Interesse dringend zu empfehlen.

Neu eingeführt wurden die Untersuchungen U7a im 34. bis 36. Lebensmonat, U10 im 7. bis 8. Lebensjahr, die U11 für Kinder zwischen 9 und 10 Jahren und die J2 für Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren. Seit Januar 2008 müssen die Kosten für die U7a von den Krankenkassen übernommen werden. Die U 10, U11 und die J2 werden nicht von allen Kassen getragen. Bitte setzen Sie sich vorher mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung.

U1: 2.–4. Lebensstunde
Aufdecken von Problemen lebenswichtiger Funktionen, die sofortiges Handeln erfordern. Ziel ist die Beurteilung des kindlichen Gesundheitszustandes mit allen Sinnen (Betrachtung, Abhören und Abtasten des Kindes).

U2:
3.–10. Lebenstag
Die U2 wird meistens noch in der Klinik durchgeführt und ist eine besonders gründliche Untersuchung. Hierbei wird Blut zum Screening auf verschiedene angeborene behandelbare Stoffwechselkrankheiten und Hormonstörungen entnommen. Organe, Geschlechtsteile, Haut und Knochen werden untersucht und der Arzt überprüft zudem die Verdauungstätigkeit sowie die Reflexe des Nervensystems. Das Hüftgelenk wird mit einem speziellen Haltegriff und inzwischen häufig mit einer Ultraschalluntersuchung auf seine Funktionstüchtigkeit getestet.

U3:
4.–6. Lebenswoche
Im Rahmen dieser Untersuchung kontrolliert der Arzt die altersgerechte Entwicklung des Kindes. Körperfunktionen, das Hörvermögen und die Reflexe werden getestet. Auch das Hüftgelenk wird noch einmal mittels Ultraschall untersucht.

U4:
3.–4. Lebensmonat
U5: 6.–7. Lebensmonat
U6: 10.–12. Lebensmonat
U7: 21.–24. Lebensmonat

In den Untersuchungen U4 bis U7 wird das Hauptaugenmerk auf die zeitgerechte körperliche Entwicklung des Kindes gelegt, um beispielsweise Bewegungsstörungen aufzudecken. Im Gespräch mit dem Arzt sollten unbedingt auch die anstehenden Impfungen thematisiert werden.

U7a:
34.–36. Lebensmonat
Bei der neu eingeführten U7a geht es vor allem um das Erkennen von und die Behandlungseinleitung bei allergischen Erkrankungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Übergewicht, Sprachentwicklungsstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferproblemen.

U8:
43.–48. Lebensmonat
Bei der U8 untersucht der Arzt unter anderem die Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit des Kindes sowie Reflexe, Muskelkraft, Aussprache und den Zahnstatus.

U9:
60.–64. Lebensmonat
Dies ist die letzte Untersuchung, bevor Ihr Kind in die Schule kommt. In der U9 geht es neben der körperlichen Untersuchung und dem Messen von Blutdruck, Gewicht, Körperlänge und Kopfumfang um das Bewegungsverhalten und die geistige Entwicklung. Der Arzt testet das Sprachvermögen, das Sozialverhalten und die Intelligenz des Kindes und beurteilt seine Schulreife.

U10:
7 bis 8 Jahre

Die U10 ist eine zusätzliche Früherkennungsuntersuchung im Schulalter. Lese- und Rechtschreibprobleme sollen hier ebenso frühzeitig erkannt werden, wie körperliche Entwicklungsstörungen und Sozialisations- und Verhaltensstörungen. Der Arzt überprüft auch die motorische Entwicklung sowie den Gesundheitszustand der Zähne.

U11:
9 bis 10 Jahre
In der U11 wird untersucht, ob Probleme bezüglich schulischer Leistungen und im Verhalten vorliegen. Auch auf Zahn,- Mund- und Kieferanomalien wird noch einmal geachtet. Gesundes Verhalten soll mit dieser Untersuchung gefördert werden: Es erfolgt eine Ernährungs-, Sucht- und Medienberatung.

J1:
13 bis 15 Jahre
Mit der J1 wird noch einmal der allgemeine Gesundheitszustand des nun Jugendlichen untersucht und der Impfstatus überprüft. Auch auf Sexualität und Verhütung, sowie Drogenmissbrauch und Rauchen wird in dieser Untersuchung eingegangen

J2:
16 bis 18 Jahre
Bei der J2 wird besonders auf eventuelle Probleme mit der Pubertät und der sich entwickelnden Sexualität geachtet. Aber auch Haltungsstörungen, die Schilddrüsenfunktion und Diabetes-Vorsorge sind hier ein Thema. Darüber hinaus berät der Arzt den Jugendlichen zur Berufswahl.

Die Kindervorsorgeuntersuchungen werden in einem Untersuchungsheft, dem „Gelben Heft“ dokumentiert. Dies sollte zu jedem Termin mitgebracht werden.
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„Banale Infekte“

Auch Babys werden von Infekten nicht verschont. Ganz im Gegenteil: Das kindliche Immunsystem muss sich erst noch entwickeln, um Krankheitserreger abwehren zu können. Was für ein größeres Kind ein banaler Infekt ist, kann einem Baby ganz schön zusetzen. Grundsätzlich sollte man wissen, dass eine Erkältung bei Babys oft mit Fieber verbunden ist. In den meisten Fällen handelt es sich um Virusinfekte, gegen die es keine gezielte Therapie gibt. Man muss sich drauf beschränken, die Symptome zu lindern. Babys sind allerdings keine kleinen Erwachsenen: Sie dürfen nur solche Medikamente bekommen, die nachgewiesenermaßen für Säuglinge unbedenklich sind. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind sehr mitgenommen, schlapp und kraftlos ist, oder sich ganz anders verhält, als Sie es sonst kennen, sollten Sie es sicherheitshalber einem Kinderarzt vorstellen. So wird nichts Wichtiges übersehen.
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Schnupfen

Schnupfen macht Babys mehr zu schaffen als den „Großen“. Sie können schließlich noch nicht schnäuzen. Bei Schnupfen hören Säuglinge bereits nach wenigen Schlucken auf zu trinken, weil sie nicht genügend Luft bekommen. Um die Nase zu reinigen kann man zunächst einige Kochsalznasentropfen in die Nasenlöcher träufeln und sie anschließend mit zusammengedrehter trockener Watte säubern. Verwenden Sie aber keine Wattestäbchen. In der Apotheke gibt es auch Nasensauger, mit denen das Sekret vorsichtig abgesaugt werden kann. Hierbei sollen die Eltern drauf achten, keinen Druck auf die empfindliche Nasenscheidewand auszuüben. Am besten gelingt das Absaugen daher, wenn Sie den Nasensauger etwas in Richtung nach außen/unten an das Nasenloch halten. Nasentropfen mit Kochsalzlösung schützen die Nasenschleimhaut vor dem Austrocknen. Das Zimmer sollte regelmäßig gelüftet werden, die Temperatur eher kühl sein, damit die Schleimhäute abschwellen.
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Husten

Die wichtigste grundlegende Maßnahme gegen Husten ist eine optimale Luftqualität. Dazu gehört ein absolutes Rauchverbot in der Umgebung der Kinder, häufiges Lüften, Spaziergänge an der frischen Luft, eine Zimmertemperatur zwischen 18 und 20 Grad Celsius und eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit. Um die Atemwege zu befreien, haben sich auch Präparate mit ätherischen Ölen als hilfreich erwiesen. Auf Brust und Rücken aufgetragen, entfalten sie ihre Wirkung über Stunden – vor allem in der Nacht. Dabei muss beachtet werden, dass etliche Präparate für Kinder unter zwei Jahren nicht zugelassen sind. Manche ätherische Öle, die auch frei im Handel zu erwerben sind, sollten bei Kindern unter zwei Jahren nicht angewendet werden. Sie können zu Atemnot führen. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welche Produkte sich für Säuglinge eignen.

Bei Hustensäften gibt es zwei verschiedene Typen: Hustenlöser und Hustenstiller, je nachdem ob Schleim abgehustet oder trockener Reizhusten gelindert werden soll. Für Babys sind Hustenlöser beispielsweise mit Efeuextrakt geeignet. Wird ein Hustenstiller benötigt, kann für Kinder ab sechs Monaten ein Saft ärztlich verordnet werden. Im Gegensatz zu trockenem Reizhusten, der häufig zu Beginn einer Erkältung auftritt, darf ein sogenannter produktiver Husten mit Schleimbildung nicht unterdrückt werden.

Der Husten kann so stark sein, dass Babys erbrechen. Lassen Sie ihr Kind mit Husten daher nie allein und beobachten Sie es aufmerksam. Suchen Sie bei starkem Husten, evtl. mit Atemnot, einen Kinderarzt auf. Bei Säuglingen mit hartnäckigem Husten hat sich das Inhalieren mit Kochsalzlösung besonders bewährt. Der Arzt kann eine Verordnung für ein Inhaliergerät ausschreiben, das man leihweise von einer Apotheke bekommt. Es gibt spezielle Geräte mit Aufsätzen, die selbst schon Säuglingen das Inhalieren ermöglichen.
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Fieber

Kleine Kinder haben häufig Fieber – je jünger, desto häufiger. Eltern sind oftmals sehr beunruhigt, wenn ihr Kind fiebert. Fieber ist aber keine Krankheit. Es ist eine notwendige und intelligente Reaktion des Körpers, um Krankheitskeime abzuwehren. Manche Kinderärzte empfehlen, ab einer Temperatur von 38,5 Grad mit fiebersenkenden Maßnahmen zu beginnen. Andere raten, erst ab 39 Grad das Fieber zu senken. Wann man mit dem Fiebersenken beginnen sollte, hängt vor allem vom Zustand des Kindes ab. Wenn das Fieber allerdings 39 Grad übersteigt, sollten Eltern etwas Fiebersenkendes geben. Ein hoch fieberndes Kind sollte nachts nicht allein im Zimmer bleiben, damit ein möglicher Fieberkrampf oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustands nicht übersehen wird. Wenn Kinder bereits einmal einen Fieberkrampf durchlebt haben, wird oft empfohlen, das Fieber bereits ab 38 Grad zu senken.

Paracetamol ist eine Substanz, die in vielen Arzneimitteln enthalten ist und gegen Fieber und Schmerzen wirkt. Sie ist prinzipiell auch für Säuglinge geeignet. Allerdings sind die richtige Dosierung und die Höchstmenge je nach Gewicht und Alter des Kindes zu beachten. Speziell für Säuglinge unter 3 Monaten und ab 3kg Körpergewicht gibt es Zäpfchen mit 75mg Paracetamol. Sie können verschrieben werden, sind aber auch freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich.

Babys mit Fieber haben oft keinen Appetit und trinken nur wenig an der Brust. Manchmal leiden die Kleinen außerdem noch unter Durchfall und Erbrechen. Dies alles führt dazu, dass der Körper viel Flüssigkeit verliert. Wird diese nicht ersetzt, kann es schnell zu einer Austrocknung (Exsikkose) kommen. Deshalb ist es wichtig, Babys bei Erkältung, Durchfall und Erbrechen zusätzlich zur Muttermilch reichlich Flüssigkeit zu geben, am besten ungesüßten Tee. Wenn es nicht gelingt, das Baby wieder zum Trinken zu bewegen, muss es beim Kinderarzt oder in der Notaufnahme eines Krankenhauses vorgestellt werden. Anzeichen einer bedrohlichen Austrocknung sind:
  • trockene Lippen und Mundhöhle
  • eingesunkene Fontanelle
  • Trinkverweigerung des Babys
  • seltener Lidschlag

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Schreibabys

Dass Babys schreien ist völlig normal. Es ist ihre Art sich auszudrücken. Einige Kinder weinen jedoch besonders häufig, besonders lange und lassen sich kaum beruhigen. Schreien Säuglinge für mehr als drei Stunden am Tag, an mehr als drei Tagen die Woche spricht man von sogenannten Schreibabys. Meist beginnen die Schreiattacken in der zweiten Lebenswoche und enden nach drei Monaten. Deshalb werden sie häufig als „Dreimonatskoliken“ bezeichnet. Dieser Name führt jedoch leicht in die Irre, da man ihn nur mit Verdauungsproblemen in Verbindung bringen könnte.

Nur bei einem Teil der Kinder sind organische Ursachen für das Schreien verantwortlich. In diesen wenigen Fällen spielen tatsächlich Verdauungsprobleme – beispielsweise hervorgerufen durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit – eine Rolle. Aber auch Infektionen, wie eine Mittelohrentzündung oder andere Krankheiten, die Schmerzen verursachen, können dazu führen, dass Babys häufig weinen. Wenn Ihr Kind viel schreit, ist es deshalb wichtig, es von einem Kinderarzt untersuchen zu lassen. Der Arzt kann mögliche organische Ursachen erkennen und behandeln oder aber ausschließen.

Schreibabys, die weinen, ohne dass eine körperliche Ursache ausschlaggebend ist, leiden unter sogenannten frühkindlichen Regulationsstörungen. Dazu gehören unter anderem Probleme beim Schlafen und Füttern, ständige Unruhe sowie Trennungsangst und Trotzanfälle. Häufig treten mehrere dieser Störungen gleichzeitig auf. So haben sehr viele Schreibabys zum Beispiel zusätzlich Schlafstörungen oder lassen sich nur schwer füttern.

Die Ursachen für unstillbares Schreien sind nicht geklärt. Es gibt jedoch einige Theorien. Viele Experten meinen, dass Säuglinge schreien, weil sie überreizt sind. Sie gehen davon aus, dass Babys die Reize, die auf sie einprasseln, nicht ausreichend filtern können. Sie werden überfordert und weinen. Andere ziehen das sogenannte KISS-Syndrom als Ursache für exzessives Schreien in Betracht. Das ist die Abkürzung für Kopfgelenk-Induzierte-Symmetrie-Störung und bezeichnet eine Fehlstellung im Bereich der oberen Halswirbel, die häufig durch die Geburt oder Manipulationen während der Geburt ausgelöst wurde. Wieder andere gehen davon aus, dass es zu vermehrtem Weinen führt, wenn die Mutter in der Schwangerschaft starkem Stress ausgesetzt ist. Auch die Tatsache, dass die Säuglinge sich noch nicht an die Situation außerhalb des Mutterleibs gewöhnt und angepasst haben, könnte ursächlich sein.

Das ständige Schreien ist eine große nervliche Belastung für die Eltern. Sie probieren meist viel aus, um ihr Kind zu beruhigen. Denn normale Beruhigungsmethoden, wie Herumtragen, wirken bei Schreibabys häufig nicht. Passend zu den beschriebenen möglichen Ursachen halten Vertreter der einzelnen Theorien auch unterschiedliche Lösungsansätze parat. So raten die einen dazu, Reize zu reduzieren und einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus in den Tagesablauf zu integrieren. Bei einer craniosacralen Therapie wird das Kind von einem Osteopathen behandelt. Das trägt in einigen Fällen dazu bei, dass der Säugling sich beruhigt. Mit osteopathischen Techniken wird auch das oben erwähnte KISS-Syndrom behandelt. Andere wiederum raten, die Situation des Kindes vor der Geburt nachzuahmen. Sie können den Säugling nach präziser Anleitung straff in eine Stoffwindel einwickeln und leicht schaukeln oder wippen. Das simuliert die Enge im Mutterleib und die Bewegungen, die das Kind verspürt, wenn die Mutter geht. Alle diese Techniken können helfen, müssen es aber nicht. Ihr Erfolg hängt individuell vom einzelnen Kind ab.

Lässt sich ein Säugling durch nichts beruhigen, gibt es in vielen Städten sogenannte Schreiambulanzen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat eine Linksammlung zusammengestellt, in der sie die passende Einrichtung in Ihrer Nähe finden können. Die Mitarbeiter der Beratungszentren haben ein offenes Ohr für Ihre Belastungen und Enttäuschungen und halten wertvolle Tipps bereit. Denn durch das ständige Schreien ist die Eltern-Kind-Beziehung gefährdet. Schreiambulanzen können helfen, sie wieder zu kräftigen. Zu guter Letzt tröstet viele Eltern auch die Aussicht darauf, dass die meisten Schreibabys sich ab dem dritten Lebensmonat von ganz alleine wieder beruhigen.
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PEKiP, Massagen, Babyschwimmen und –turnen

Babys lieben Körperkontakt und sie lieben Bewegung. Nehmen Sie Sie ihr Kind oft auf den Arm, an den Körper und pflegen Sie Hautkontakt. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, sollten Säuglinge sich frei bewegen sowie krabbeln können und ohne Windel strampeln.
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PEKiP-Gruppen

Eine gute Möglichkeit zum Austausch mit anderen Eltern und Babys bieten Gruppen nach dem Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP). Im Mittelpunkt dieser Gruppen, die in vielen Städten angeboten werden, stehen Spiel-, Bewegungs- und Sinnesanregungen für Eltern und ihre Kinder im ersten Lebensjahr. Die Kursleitung bringt ausgewählte, einfache Spielmaterialien mit, die das Kind zum Ausprobieren anregen können. Diese geben den Eltern Beispiele, wie man auch zuhause einfachste oder alltägliche Gegenstände zum Spielen mit dem Baby verwenden kann.
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Babymassage

Babymassage ist seit alters her in vielen Kulturen, besonders auch in Indien, verbreitet. In der westlichen Welt war sie lange in Vergessenheit geraten. In den 80er Jahren wurde sie durch den Arzt Frédérick Leboyer auch in Europa wieder belebt. Er hatte einige Jahre in Indien gelebt und die alte Tradition von dort mitgebracht. Wie an der Vielzahl von Kursen und Büchern zu dem Thema abzulesen ist, erfreut die Babymassage sich seither großer Beliebtheit. Mittlerweile belegen auch Forschungsergebnisse, dass sie gesund ist.

An Frühgeborenen zeigte sich zum Beispiel, dass sie sich bei regelmäßiger fachkundiger Massage besser entwickeln und gesundheitlich stabiler sind als Frühgeborene ohne Hautkontakt. Wenn Frühchen dreimal täglich massiert werden, nehmen sie schneller an Gewicht zu und können früher aus der Klinik entlassen werden. Die Massage dient auch der Kommunikation und hilft, die Bindung zwischen Eltern und Kind zu unterstützen. Das Baby lernt daneben, sich zu entspannen und besser einzuschlafen.
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Babyschwimmen und –turnen

Auch diese Aktivitäten dienen dazu, dem natürlichen Bewegungsdrang von Babys nachzukommen. Bereits nach dem dritten Lebensmonat kann man mit seinem Kind am Babyschwimmen teilnehmen, immer vorausgesetzt, Eltern und Kind haben Spaß daran. Das Babyschwimmen nimmt insofern eine Besonderheit ein, als dass Säuglinge hierbei in den ersten Lebensmonaten Bewegungserfahrungen machen können, die ihnen „an Land“ noch nicht möglich sind. Allerdings ist der Begriff "Schwimmen" irreführend. Babys lernen nicht wirklich Schwimmen. Es handelt sich vielmehr um eine spielerische Gymnastik für Eltern und Kinder. Dabei erhalten Säuglinge Sinnes- und Bewegungseindrücke, die für ihre Entwicklung förderlich sind. Babyschwimmen wird mittlerweile auch wissenschaftlich erforscht.

Was beachtet werden sollte: Das Wasser muss zwischen 32 und 34 Grad Celsius warm sein und Trinkwasserqualität haben. Das Baby darf keinen Infekt haben und sollte weder zu satt noch hungrig sein. Neugeborene besitzen einen Atemschutzreflex. Sie stellen bei plötzlichem Untertauchen die Atmung ein. Dieser Reflex verliert sich wieder zwischen dem sechsten und neunten Lebensmonat. Man muss sich also keine Sorgen machen, wenn der Kopf des Babys mal unter Wasser kommt. Ob man mit den Säuglingen auch richtig abtauchen sollte, darüber gibt es sehr widersprüchliche Meinungen. In manchen Kursen wird es angeboten. Wenn, dann sollten Sie nicht alleine mit Ihrem Baby tauchen, sondern dies nur unter Anleitung des Kursleiters durchführen. Denn schließlich soll das Ganze Spaß machen und das Kind nicht erschrecken.
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Baby wird untersucht
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Vorsorgeuntersuchungen: Die Krankenkassen sind verpflichtet, Vorsorgeuntersuchungen für Kinder anzubieten. Sie dienen dazu mögliche körperliche, geistige und soziale Beeinträchtigungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.
Mutter misst Temperatur bei schreiendem Baby
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Fieber: Säuglinge haben häufig Fieber. Eltern müssen deshalb nicht zu sehr beunruhigt sein. Denn Fieber ist eine Reaktion des Körpers um Krankheitskeime abzuwehren. Steigt die Temperatur allerdings über 39 Grad, sollte mit dem Fiebersenken begonnen werden.
Baby schreit
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Weinen Säuglinge mehr als drei Stunden am Tag an mehr als drei Tagen die Woche, werden sie als Schreibabys bezeichnet. Meist lassen sich die Kinder nur sehr schwer beruhigen. In vielen Städten gibt es Schreiambulanzen, die Eltern hilfreiche Ratschläge geben können.
Baby wird an der Brust massiert
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Massage für die Kleinsten: Lange Zeit war die Babymassage in Deutschland in Vergessenheit geraten. Sie wurde erst in den 1980er Jahren wieder entdeckt. Inzwischen zeigen Forschungsergebnisse, dass eine Massage für Säuglinge nicht nur angenehm, sondern auch gesund ist.