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descriptionBesteck
Magersucht, Bulimie und unkontrollierte Essattacken – Essstörungen haben ganz unterschiedliche Formen, können jedoch immer lebensgefährlich werden.
descriptionFüße auf der Waage
Typisch für Magersüchtige - obwohl bereits extrem schlank, empfinden sie sich immer noch als zu dick und können sich tatsächlich zu Tode hungern.
descriptionPizza essen
Unmengen verschlingen und danach mit Erbrechen die Essattacken ungeschehen machen wollen ist das Kennzeichen dieser Essstörung.
descriptionSatter Mann vor halbvollem Teller
Unstillbarer Appetit, maßlose Essgelage, danach quälende Selbstvorwürfe und ständig steigendes Übergewicht sind die Probleme, die diese Essstörung verursacht.
descriptionMenschen halten sich an der Hand
Zwang ist der falsche Weg im Kontakt mit essgestörten Menschen. Verständnis, Geduld und professionelle Hilfe haben die besten Erfolgsaussichten.
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So können Sie Betroffenen helfen

Für Personen aus dem nahen Umfeld ist es sehr schwer, die Erkrankung mitzuerleben und zu ertragen. Auch wenn Sie das Gefühl haben, nichts tun zu können und nur ohnmächtig zuzusehen: Lassen Sie nicht locker! Denn das Gespräch und die Konfrontation von außen können ein wichtiger und oft auch ein entscheidender Anstoß für die Betroffenen sein, ihre Erkrankung zu erkennen, zu verstehen und sich Hilfe zu holen. Ziehen Sie sich nicht zurück, sondern reden Sie mit dem Betroffenen, hören Sie zu und unterstützen Sie die Therapie.


Im Überblick



Wie die Familie helfen kann

So verhalten Sie sich richtig im Umgang mit Menschen mit einer Essstörung:
  • Je besser Sie sich über die Krankheit informiert haben, umso besser können Sie den Betroffenen verstehen. Wenden Sie sich gegebenenfalls an einen Arzt oder Therapeuten.
  • Bieten Sie der betroffenen Person - ohne sie zu bedrängen - immer wieder Ihre Hilfe an. Versuchen Sie möglichst offen zu zeigen, dass Sie großes Interesse an der Person haben und ihre Sicht der Dinge verstehen möchten. Manchmal kann dies die Annahme von Hilfe erleichtern.
  • Zeigen Sie dem Menschen mit Essstörung, wie sehr sie ihn mögen oder lieben, unabhängig davon was er tut und was er isst.
  • Haben Sie viel Geduld und werden Sie gegenüber dem Betroffenen nicht zornig. Denn die Behandlung der Essstörung wird lange Zeit brauchen. Scheuen Sie sich nicht, in dieser schwierigen Situation jede zur Verfügung stehende Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
  • Schützen Sie den Betroffenen vor Angriffen anderer.
  • Zeigen Sie auf, was der Erkrankte gegen die Essstörung tun kann und unterstützen Sie ihn, wenn er etwas dagegen tun möchte.
  • Motivieren Sie den Erkrankten immer wieder und betonen Sie immer wieder, dass er selbst die Kraft hat, etwas gegen seine Krankheit zu tun.
  • Loben Sie auch den kleinsten Erfolg!
  • Seien Sie immer ehrlich und zeigen Sie Ihre Gefühle ohne dabei Vorwürfe zu machen.
  • Behandeln Sie Menschen mit Essstörungen ganz normal. Achten Sie ihre Privatsphäre und versuchen Sie nicht, sie von allen Alltagslasten fernzuhalten. Es könnte als Entmündigung verstanden werden.
  • Auch sollte der Betroffene die Konsequenzen seines Handelns selbst tragen. So sollte er beispielsweise nach einem Ess-Brech-Anfall z. B. die fehlenden Vorräte ersetzen und Toilette oder Waschbecken selbst reinigen.
  • Machen Sie sich stets bewusst, dass der Betroffene sich nicht so verhält, um Sie zu ärgern, sondern weil er im Moment keine anderen Konfliktlösungsstrategien hat.
Was Sie im Umgang mit einer Essstörung vermeiden sollten:
  • Zwingen Sie den Menschen mit Essstörung nicht zu einem anderen Essverhalten und hinterfragen Sie nicht ständig, was er gegessen hat. Am besten beobachten Sie ihn auch nicht beim Essen.
  • Gehen Sie nicht auf das Körpergewicht oder das Aussehen des Betreffenden ein.
  • Fangen Sie keine generellen Diskussionen ums Essen, Figurprobleme und Kalorien an und versuchen Sie nicht mit Logik zu argumentieren.
  • Vermeiden Sie Sätze wie: "Du hast aber schön zugenommen?“ etc. weil sich der Erkrankte wieder Vorwürfe machen könnte.
  • Geben Sie keine Vergleichsmöglichkeiten und vergleichen Sie nicht z. B. mit alten Fotos, Zahlen u. a.
  • Versuchen Sie nicht, die Rolle eines Therapeuten zu übernehmen. Sie sind nicht entsprechend ausgebildet.
  • Machen Sie sich selbst keine Vorwürfe und denken Sie trotz allem auch an sich!

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Was Sie tun können, um Essstörungen bei Ihrem Kind vorzubeugen

Sie können Ihrem Kind zwar keinen vollständigen Schutz vor Essstörungen bieten, da neben der Erziehung eine Vielzahl anderer Faktoren, wie z.B. die Persönlichkeit Ihres Kindes oder sein soziokulturelles Umfeld, mitspielen. Doch können Sie viel zur Vorbeugung von Essstörungen tun: Denn der beste Schutz vor Essstörungen sind ein stabiles Selbstwertgefühl und ein gesundes Selbstvertrauen.
  • Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein stärken
    Machen Sie Ihr Kind stark: geben Sie ihm ein Gefühl für seine Fähigkeiten und Talente, erziehen Sie es zu selbstständigem Denken und zeigen Sie Ihrem Kind, dass Fehler zum Leben dazugehören und die Welt deswegen nicht untergeht.
  • Gesundes Körperbewusstsein fördern
    Vermitteln Sie Ihrem Kind ein positives Körpergefühl und klären Sie Ihr Kind rechtzeitig über die Veränderungen des Körpers, welche im Laufe der Jahre eintreten, auf. Sinnvoll ist es auch, über die Sinnlosigkeit von Diäten (95% aller Diäten funktionieren nicht) und deren Auswirkungen auf den Körper zu sprechen.
  • Schlankheitsideal und Rollenzuweisungen hinterfragen
    Regen Sie Ihr Kind an, männliche und weibliche Rollenzuweisungen und Schönheitsideale zu hinterfragen und ein kritisches Medienbewusstsein zu entwickeln.
  • Ernährungserziehung: Essen aus Lust, nicht essen aus Frust Während gemeinsamer Mahlzeiten können Kinder sehr viel lernen: eine angenehme Essatmosphäre, von den Eltern vorgelebte gesunde Ernährung und normales Essverhalten sowie die Möglichkeit, beim Essen selbst mitbestimmen zu können, legen den Grundstein für ein genussvolles, gesundes Essverhalten. "Bestechen" Sie Ihr Kind nicht mit Essen: Essen sollte kein Ersatz für Liebe, Zuwendung oder Trost für Kinder sein.
  • Übergewicht vorbeugen
    Auch ein normales Körpergewicht in der Kindheit kann späteren Essstörungen vorbeugen. Achten Sie deshalb schon früh auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung Ihres Kindes und dass es sich regelmäßig bewegt. Denn Bewegung bremst den Appetit, baut Fettdepots ab und stärkt das Selbstbewusstsein.
  • Offene Kommunikation, Gefühle zulassen, Grenzen respektieren und Probleme lösen
    Sprechen Sie Gefühle und Konflikte offen an und ermuntern Sie auch Ihr Kind dazu, indem Sie zeigen, dass Sie es ernst nehmen. Unterstützen Sie anschließend ihr Kind, die Probleme angemessen zu lösen. Achten Sie die Privatsphäre Ihres Kindes, respektieren und fördern Sie seine Individualität und unterstützen Sie seine Selbstständigkeit.

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Essstörungen: Adressen und Links

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
    Ref. 1-11 Medizinische Grundsatzfragen; Präventiv-medizinische Aufgaben
    der gesundheitlichen Aufklärung; Gesundheitsförderung
    Ostmerheimer Str. 220
    51109 Köln
    Tel.: 0221 / 8 992 0
    Fax: 0221 / 8 992 300
    Internet: www.bzga-essstoerungen.de
  • Deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz (DEBInet)
    Institut für Ernährungsinformation
    Klinik Hohenfreudenstadt
    Tripsenweg 17
    72250 Freudenstadt
    Tel.: 07441 / 534 0
    Fax: 07441 / 534 666
    Internet: www.ernaehrung.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
    Godesberger Allee 18
    53175 Bonn
    Tel.: 0228 / 3 776 600
    Fax: 0228 / 3 776 800
    Internet: www.dge.de
  • Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen gGmbH
    Hansaallee 18
    60322 Frankfurt am Main
    Tel.: 069 / 550 176
    Fax: 069 / 596 1723
    Internet: www.fz-ess-stoerungen.de
  • Beratungszentrum bei Ess-Störungen
    DICK & DÜNN e.V.
    Innsbrucker Straße 37
    10825 Berlin
    Tel.: 030 / 8 544 994
    Fax: 030 / 8 548 442
    Internet: www.dick-und-duenn-berlin.de
  • ANAD e.V.
    Psychosoziale Beratungsstelle für Ess-Störungen
    Poccistraße 5
    80336 München
    Tel.: 089 / 2 423 996 0
    Fax: 089 / 2 423 996 66
    Internet: www.ANAD-pathways.de
  • Therapie-Centrum für Ess-Störungen
    Leitung: Dr. Monika Gerlinghoff
    Hanselmannstr. 20
    80809 München
    Tel.: 089 / 358 047 3
    Fax: 089 / 358 047 47
    Internet: www.t-c-e.de

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Paar am Fenster
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Unterstützung durch die Angehörigen und Freunde ist sehr wichtig für Menschen mit Essstörungen. Sie sollten den Betroffenen ihre Hilfe anbieten, sie aber trotzdem normal behandeln und ihre Privatsphäre beachten.
Mutter mit Kind beim Essen
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Während gemeinsamer Mahlzeiten können Kinder sehr viel lernen: eine angenehme Essatmosphäre, gesunde Ernährung und ein normales Essverhalten – vorausgesetzt, dass die Eltern es vorleben.